Die Anforderungen an unternehmerische Compliance wachsen rasant – und mit ihnen die Haftungsrisiken für Unternehmen und deren Führungskräfte. Ob EU-Anti-Korruptions-Richtlinie, verschärfte Sanktions- und Exportkontrollvorgaben, das neue britische „Failure to Prevent Fraud“-Regime oder das reformierte EU-Geldwäschepaket: Die Regulierungsdichte in den Bereichen Korruptionsprävention, Sanktions-Compliance, Betrugsbekämpfung und Geldwäscheprävention erreicht ein historisches Niveau. Gemeinsamer Nenner aller Entwicklungen ist dabei ein klares Signal des Gesetzgebers: Compliance entfaltet ihren Schutzwert nur dann, wenn sie tief in der Unternehmenskultur verankert ist. Struktur ohne Kultur schützt nicht.
Für Unternehmen bedeutet dies: Punktuelle Maßnahmen und formale Compliance-Programme allein reichen nicht mehr aus. Entscheidend ist die gelebte Kultur – von der Unternehmensführung bis in die operative Ebene.
Im Rahmen der Veranstaltung geben wir einen praxisnahen Überblick über die wesentlichen aktuellen Entwicklungen und beantworten unter anderem folgende Fragen:
- Welche konkreten Anforderungen stellt die neue EU-Anti-Korruptions-Richtlinie an Unternehmen? Wie wirken sich wirksame Compliance-Programme strafmildernd aus – und wann kann bloßes Window Dressing strafverschärfend gewertet werden?
- Was bedeutet die Zunahme an laufenden Ermittlungsverfahren bei deutschen Staatsanwaltschaften im Bereich Sanktions- und Außenwirtschaftsrecht für die Praxis? Wie lässt sich ein belastbares Trade-Compliance-System aufbauen, das auch einem Bußgeldrahmen von bis zu 40 Millionen Euro standhält?
- Welche Pflichten entstehen für Unternehmen mit UK-Bezug aus dem „Failure to Prevent Fraud“-Tatbestand, der seit September 2025 in Kraft ist? Welche Anti-Fraud-Strukturen sind zur Vermeidung von Haftung erforderlich?
- Welche neuen Verpflichtungen bringt das EU-Geldwäschepaket ab Juli 2027, insbesondere für Güterhändler in den Bereichen Edelmetalle, Fahrzeuge und Kulturgüter? Wie sind Geldwäschebeauftragte, Audit-Funktionen und Sanctions Compliance als eigenständige dritte Säule organisatorisch umzusetzen?
- Wie lässt sich über alle vier Compliance-Felder hinweg eine Unternehmenskultur entwickeln, die Verstöße nicht nur formal verhindert, sondern strukturell unmöglich macht? Welche Rolle spielen Führungskräfte, interne Kommunikation und Whistleblowing-Systeme dabei?